1. AStA-Mitarbeiter mit evangelikaler Sekte und polizeilichem Staatsschutz gegen linke Kundgebung
Mitte des Jahres 2010 machten die selbsternannten Hilfssheriffs der Liste der ‚undogmatischen’ Studierenden Bonn (LUST) das erste Mal durch viel Lärm auf sich aufmerksam. Eine Protest-Kundgebung in Bonn gegen den Überfall der israelischen Armee auf die Hilfsgüterflotte für Gaza Ende Mai war ihr Ziel. In Polizeimanier photographierten sie die Teilnehmer der missliebigen Kundgebung und organisierten eine Verleumdungskampagne. Der Referent für politische Bildung des AStA Bonn, Matheus Hagedorny (LUST), nahm dazu Kontakt zu Stephen Selthoffer auf, einem Vorstand der fundamentalistischen Sekte Christliche Gemeinde Köln (CGK).
Die Sekte CGK – Partner des Bonner AStA bei der „Strafverfolgung”
Die CGK ist eine Niederlassung der US-Sekte MCM und wurde vom rechtsextremen und korrupten Prediger Terry Jones („Islam is of the devil“ usw.) in Köln gegründet und 30 Jahre lang aufgebaut. Jones sorgte durch sein Vorhaben einer öffentlichen Verbrennung des Koran in Florida jüngst für internationales Aufsehen. Die CGK sorgte u.a. wegen der starken Kontrolle des gesamten Lebens ihrer Mitglieder für Schlagzeilen. Hagedornys politischer Partner Selthoffer ist bei der CGK als Vorstand zuständig für Fragen der juristischen Vertretung und der Öffentlichkeitsarbeit. Er tritt gemeinsam mit Jones als Vertreter der CGK auf und kämpfte mit ihm öffentlich gegen die Überwachung der CGK durch das Komitee für „Sekten und Psycho-Gruppen“ des deutschen Bundestags. [Infos zum Sektenguru] [Beleg für die öffentliche Sektentätigkeit Selthoffers]
Lügen und Polizei gegen Kriegsgegner sind das wahre Gesicht der angeblichen „Israelsolidarität“
In einer wilden Internet-Schmutzkampagne hatte der für solcherlei „PR“ besonders qualifizierte Kölner Sektenfunktionär Selthoffer nun behauptet, bei der Mobilisierung für die Gaza-Kundgebung in Bonn in umliegenden Cafés habe es sich um „antisemitische“ und „antiamerikanische Hetze“ gehandelt. Er verglich die antimilitaristischen Demonstranten mit Hitlers SA. Zur Legitimation seiner ungeheuerlichen Anschuldigungen behauptete er fälschlich, bei so einer Mobilisierung im Café Starbucks von einem Cafégast „niedergeschlagen“ worden zu sein. [Beispiel für die Schmutzkampagne. Ähnliches war (und ist teilweise immer noch) auf vielen Blogs zu finden]
Auf solche Beiträge des Koranverbrenners in einschlägigen Internet-Blogs („Judenjagd im Rheinland“, „Moslemmob in Bonn“ usw.) hatte AStA-Referent Hagedorny reagiert, indem er den Kontakt zum Jura- und PR-Mann der Sekte aufnahm und ihm Hilfe bei der „Strafverfolgung“ der Teilnehmer der Kundgebung anbot. Und Hilfe bei einer öffentlichen Hetzjagd gegen die vermeintlichen „Judenfeinde“. Eben das ist es, was sich hinter der von der Bonner Studierendengruppe LUST so viel besungenen „Israelsolidarität“ verbirgt. Praktisch besteht die „Israelsolidarität“ hier schlicht und einfach in Polizeiarbeit gegen Linke.
AStA-Mann Hagedorny machte den ebenfalls durch und durch „israelsolidarischen“ Fundamentalisten Selthoffer unter anderem auf die Internetseite der Bildungsstreik-Liste der Bonner Studierenden aufmerksam, auf der die einzelnen Mitglieder der Liste mit Name und Photo erscheinen, was für die AStA-Wahl für alle Listen unerlässlich ist. Außerdem ließ Hagedorny ihn an seinem internen Wissen teilhaben, das er aus seiner Arbeit im Studierendenprotest und der Antifa-Bewegung erworben hatte. Schnell hieß es im Internet über linke Studierende auf diversen „antideutschen“, antimuslimischen usw. Blogs vorwurfsvoll, sie seien „Protestführer und Anwerber (!)“ des Bildungsstreiks usw. [Das ist eine noch nicht gelöschte Kopie des wahrscheinlich ursprünglichen Textes vom Blogger „tapferimnirgendwo“]
Wer sich als betroffener Studierender bei AStA-Mann Hagedorny beschwerte, als all das bekannt wurde, dem wurde gelassen erklärt, man hätte halt nicht „gegen Israel“ sein dürfen und sei nun selbst Schuld. Wenige Tage später traf dann Post vom „polizeilichen Staatsschutz“ bei den von den LUST-Sheriffs ermittelten Kundgebungsteilnehmern ein. Der verleumderische Vorwurf von Sekten- und AStA-Mitarbeitern, Selthoffer sei im Café Opfer einer Körperverletzung geworden, konnte noch nicht einmal für die Staatsgewalt hinreichend belegt werden. Es blieb also vorerst bei unverbindlichen Vorladungen vom „polizeilichen Staatsschutz“.
Erst wilde Verleumdung – dann Sprachlosigkeit von LUST-Mitgliedern
Auch nachdem sich für alle klar sichtbar herausgestellt hatte, dass die Vorwürfe der Körperverletzung frei erfunden waren, rechtfertigten die Bonner „Israelfreunde“ aus LUST und AStA ihr Teamwork mit Christensekte und Staatsschutz in aller Seelenruhe. Das ist zum Beispiel auf einer Website von LUST-Mitgliedern unter dem Titel „Solidarität mit Selthoffer“ zu lesen.
Die von Selthoffer erfundene „Körperverletzung“ bestand tatsächlich darin, dass ein 70-jähriger Cafégast, der sich bedroht fühlte, dem ausgeflippten Sektenmann nach dessen längerem Wutausbruch einen Klaps mit einem Teil seiner Tageszeitung gegeben hatte. Bis heute haben die „undogmatischen“ Kriegsfreunde es aber nicht fertig gebracht, auch nur irgendwie anders ihre üble Nachrede und Demagogie zu rechtfertigen, als unter Verweis auf die angebliche „Unglaubwürdigkeit“ der Medienberichte und der Aussagen von Cafe-Mitarbeitern und -Gästen, die Augenzeugen der Vorfälle geworden waren. [Ein Artikel des Blättchens EXPRESS dazu]
Polizei- und Sektenhilfe? Business as usual für den Bonner AStA!
Wie aber reagierte der AStA, als dessen verantwortlicher Referent Hagedorny schließlich gehandelt hatte? Die Hochschulgruppen von Jusos und Grünen in Bonn billigten Hagedornys Vorgehen und beließen ihn in seinem Amt als Leiter des Referats für „politische Bildung“. Aber nicht nur das: Mitarbeiter des AStA aus dem Bildungsstreik, die Opfer der Denunziation und Datenweitergabe geworden waren (man könnte auch einfach von Spitzelarbeit sprechen), verlangten von ihren rot-grünen Koalitionspartnern natürlich die Entbindung des Denunzianten Hagedorny von seinen Funktionen. Jusos und Grüne als große Koalitionspartner hielten aber gelassen zu ihrem lieben Verbündeten und zeigten dadurch ihr fehlendes Interesse an einer weiteren Koalition mit der Bildungsstreikliste, die dann aus Protest im Sommer 2010 den AStA verließ. Was die „Antideutschen“ Koalitionspartner aus der LUST getan hatten, war offenbar „business as usual“ für diese rot-grünen Karrieremacher, deren Gedanken vor allem um zukünftige warme Sessel in Parteien und Parlamenten kreisen. (Davon gibt es nur sehr wenige rühmliche Ausnahmen)
Die auf dem Papier von SPD- und Grünen-Jugendorganisationen so viel beschworene „Solidarität mit dem Studierendenprotest“ hielt in Bonn also gerade ein paar Tage bis nach der NRW-Landtagswahl und musste dann der praktischen Solidarität mit christlichen Fundamentalisten weichen. Schließlich ging es der LUST um ihre besondere „Israelsolidarität“ – und den meisten Jusos und Grünen um die Fortdauer der gewohnten „Ruhe und Harmonie in der Arbeit“, also um Seilschaften und Karrierismus hinter den AStA-Türen.
Hagedorny behielt sein Amt und erhielt überdies durch Änderung des Koalitionsvertrags die Erlaubnis, nun im Namen und mit dem Geld des rot-grünen AStA rechte und kriegstreiberische Veranstaltungen zur politischen Bildung abzuhalten, die sich die Bildungsstreikliste als Koalitionspartner zuvor stets verbeten hatte.